Neue Regelungen für Gesellschaften in der Jebel Ali Free Zone

Die Jebel Ali Free Zone Authority („JAFZA“) hat am 23.05.2016 neue Durchführungsverordnungen zum Gesellschaftsrecht (The Jebel Ali Free Zone Companies Implementing Regulations 2016; „IR“) erlassen, welche am 01.09.2016 in Kraft getreten sind. Faktisch wurden die IR durch die JAFZA allerdings erst ab Februar 2017 umgesetzt.  

Neben den Gesellschaftsformen, die Investoren in der JAFZ bislang gründen konnten (Free Zone Establishment („FZE“), Free Zone Company („FZCO“) und Branch of a Foreign Company („Branch“)) wurden mit den IR nunmehr drei neue Gesellschaftsformen eingeführt: Public Listed Company („PLC“; vergleichbar mit der Joint Stock Company im Staatsgebiet der VAE), Holding Company und Civil Company, wobei letztere nur nach vorheriger Zustimmung der JAFZA gegründet werden kann.

Des Weiteren enthalten die IR neue Regelungen für FZEs und FZCOs. Dies sind die wichtigsten Änderungen für diese beiden Gesellschaftsformen:

  • Einführung eines zwingend abzuschließenden Gesellschaftsvertrages (Memorandum and Articles of Association) für FZEs (bislang nur verpflichtend für FZCOs); bestehende FZEs sollten dieses Erfordernis so schnell wie möglich umsetzen, um Strafgebühren der JAFZA zu vermeiden.
  • Möglichkeit der Anpassung des JAFZA Form-Gesellschaftsvertrages mit Zustimmung der JAFZA sowohl für FZEs und FZCOs;
  • Einzahlung des Stammkapitals durch Sacheinlagen (vorher nur Bareinlagen);
  • Einführung von verschiedenen Anteilsklassen (nur bei der FZCO);
  • Rückkauf eigener Anteile (nur bei der FZCO);
  • Schriftliches Umlaufverfahren bei einer Gesellschafterversammlung;
  • Teilnahme an der Gesellschafterversammlung durch Verwendung moderner Kommunikationsmittel (zum Beispiel Video-Konferenz oder Telefon);
  • Verpfändung von Anteilen, beweglichen und unbeweglichen Vermögenswerten.

Bei Rückfragen steht Ihnen Frau RAin Yulia Kasiyanova (yulia.kasiyanova[at]schlueter-graf.com) in unserem Büro in Dubai.